Geschichte

Die Geschichte des ‚Brunos’…..

Das Gebäude selber gibt es schon ganz, ganz lange. Es wurde in drei Teilabschnitten erbaut und der älteste Teil ist der Rechte der beiden Türme, in dem sich jetzt die Bühne, der Bandraum, das Internet-Café und die Büros befinden. Wann genau dieser Gebäudeteil fertiggestellt wurde haben wir leider nicht heraus-gefunden. Die erste Erwähnung in den alten Akten geht auf das Jahr 1932 zurück, aber da bestand das Haus schon. Wahrscheinlich wurde es um die Jahrhundertwende gebaut.

(Archivbild von 1935)

Bis 1951 wurde das Gebäude von einer Gemeindefürsorgerin für soziale Zwecke wie Unfallraum, Säuglingswiegestation, Sprechstunde für Mutter und Kind, Betreuung von Kranken genutzt. Während des 2. Weltkrieges wurden die Räumlichkeiten zusätzlich auf verschiedene Art und Weise genutzt: als Arztpraxis, zur Einlagerung von Ausrüstungsgegenständen des Katastrophenschutzes, als ATSV-Umkleideraum und sogar als Hilfskrankenhaus.

Die eigentliche Geschichte des `Brunos´ als Haus für die Jugend beginnt dann Anfang der fünfziger Jahre. Durch das maßgebliche Engagement des damaligen Stadtverordneten Bruno Bröker wurde das Gebäude als `Jugend- und Sportheim auf dem Stormarnplatz´ am 21. April 1953 in einem feierlichen Festakt der Öffentlichkeit übergeben. Wie damals wohl üblich, wurde die Einweihung durch einen Festzug durch die Stadt mit Fahnen und Musikkapellen eingeleitet und so haben große Teile der Bevölkerung Ahrensburgs Anteil an der Eröffnung genommen.

(Bruno Bröker 1896 – 1957)

(Ansprache von Bürgermeister Kurt Fischer zur Einweihung des Anbaus am 5. März 1956)

In dem Jahr der Eröffnung wurde das Hausmeisterehepaar Franz und Käthe Franz eingestellt, das in ihrem 20jährigen Wirken zur Heimleitung avanciert ist. (Käthe und Franz Franz - etwa 80jährig) 

Das Haus wurde damals überwiegend durch die verschiedenen Vereine und Verbände in Ahrensburg genutzt. Geleitet wurden die Geschicke der Einrichtung in

der Zeit im Wesentlichen durch den damaligen Ortsjugendring.

 

 

Die Aktivitäten der einzelnen Vereine und auch die Angebote des Ortsjugendringes fanden einen enormen Zuspruch bei den Jugendlichen aus Ahrensburg und so stellte sich das Gebäude schon sehr bald als zu klein heraus.

(Einweihung des Anbaus 1956)

Am 5. März 1956 wurde in einem zweiten Bauabschnitt der große Saal, dessen Bau aufgrund eines Finanzengpasses der Stadt nur durch eine Gemeinschafts-leistung der Arbeiter des städtischen Bauhofes und der Ahrensburger Jugend-verbände ermöglicht wurde, fertiggestellt. Mit der Inbetriebnahme des großen Saals konnte der Ortsjugendring seine Arbeit erheblich intensivieren, so dass in den Folgejahren mehr als 40.000 Besucher gezählt werden konnten. Vorträge, wie z.B. über die „Geschichte des Jazz“ und vor allem Filmvorführungen z.B. „Afrika, der schwarze Kontinent“ waren damals die `Renner´.

(Sportfest 1960)

(Luftbild von 1958)

Das Haus platzte aus `allen Nähten´ und es wurde ein weiteres Mal angebaut. 1960 wurde der linke Flügel des heutigen Gebäudes es hieß im Übrigen jetzt schon `Bruno-Bröker-Heim´ – mit den Umkleideräumen, dem kleinen Saal und den jetzigen Werkstätten fertiggestellt.

(Richtfest des zweiten Anbaus 1959)

1966 wurde in Ahrensburg mit Georg Bendrien der erste Stadtjugendpfleger eingestellt, dessen Aufgabe es gewesen ist, die Kinder- und Jugendarbeit in Ahrensburg zu organisieren und zu koordinieren. Bezogen auf das `Bruno´ erfolgte eine Unterstützung der erfolgreichen Jugendarbeit des Ortsjugendringes. Es gab aber auch die ersten Anfänge von bezahlter Jugendarbeit, als pädagogische Fachkräfte gegen ein Honorar Angebote durchgeführt haben.

(Jugendpfleger Georg Bendrien und Bürgermeister Manfred Samusch)

In diesen Zeitabschnitt fallen ersten großen Musikveranstaltungen im BBH. Hervorzuheben ist hier der `Beat-Wettbewerb´, im dem sich viele Musik-gruppen aus Ahrensburg vor einem zahlreichen Publikum gemessen haben. Und es gab in dieser Zeit auch die ersten Jugendgruppenleiterausbildungen.

Nachdem das Heimleiterehepaar 1973 in den Ruhestand gegangen ist, gab es die ersten pädagogisch ausgebildeten, hauptamtlichen Heimleiter. Wer und wann genau, ließ sich leider nicht herausfinden.
Etwa Mitte der 70er Jahre ergab sich (beeinflusst durch die `68er-Rebellion´) eine zunehmende Politisierung der Jugendarbeit, in der auch die politischen Jugendverbände erstarkt sind und im Zuge dessen auch z.B. der Verein „Baracke“ entstanden ist.



(Gruppenräume im Anbau ca. 1960)

(„Treiben“ um das Haus ca. 1966)

Der Konflikt darüber, dass sich die Jugendarbeit im BBH, entgegen eines Magistrat-Beschlusses, vermehrt den `sozialen Randgruppen´ zuwendet, gipfelt im Sommer 1976 in der Entlassung der damaligen Heimleiterin.
Die 80er Jahre sind in der Jugendarbeit geprägt von einer konzeptionellen Differenzierung in Bezug auf Alter und Zielgruppe. Der Kinder- und Jugendhof Blockhaus wendet sich der sozialen Arbeit mit Kindern zu, im Gartenholz wird mit dem Gemeinschaftshaus eine stadtteilbezogene Jugendarbeit ins Leben gerufen, für den Jugendtreff im Hagen wird eine neue Konzeption erarbeitet.

Im `Bruno´ etabliert sich die betreute Gruppenarbeit, in der Freizweitaktivitäten nicht mehr nur Selbstzweck sind, sondern Medium für Vertrauensbildung, auf dessen Grundlage dann andere Hilfestellungen möglich werden.
Das Haus wird zunehmend von Migranten Anspruch genommen und entwickelt sich zur Kerneinrichtung für ausländische Kinder und Jugendliche.

(Das ‚Bruno‘ um 1967)

„Die Geschichte hat kein letztes Wort“, schrieb schon Willy Brandt. Vielleicht schreibt ja später einmal jemand in der `Geschichte de Brunos´ über das, was wir seit dem Ende der 80er Jahre und auch derzeit noch dort machen. Wenn dieses anlässlich eines weiteren `runden´ Geburtstages geschehen sollte, dann wäre das schön.

(… und 2003)

Eine Antwort auf Geschichte

  1. Andreas Rautenberg sagt:

    Irgendwann in den 60-er-Jahren hat mir Herr Franz mal meinen Fußball weggenommen – ein echter Lederball, den ich zum Geburtstag bekommen hatte. Und dessen Besitz mich in der Achtung meiner Kumpels mächtig hatte steigen lassen. *schluchz*

    Das nehm ich ihm heute noch übel! *grrrrrummel* 😉

    Grüße nach Ahrensburg!

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